Die Internet-Seite der Stadt Olfen und Axel Ellertmann (UWG) oder: 500,- Euro für drei vergessene Buchstaben
Zur Ratssitzung am 25. Juni 2009 haben die Kommunalpolitiker vor Ort nachgereichte Unterlagen erhalten. Das ist in dieser Form nichts neues. Schließlich gibt es immer wieder aktuelle Dinge, die bei Erstellung der eigentlichen Einladung durch die Stadtverwaltung noch nicht berücksichtigt werden konnten. Nichtsdestotrotz könnte man sich da auch das eine oder andere Mal fragen, warum man manche Dinge erst als Tischvorlage erhält und ob es bei manchen Tagesordnungspunkten nicht möglich wäre, hier vorab entsprechend zu informieren.
Diese Informationspolitik soll jedoch jetzt nicht das Thema dieses Beitrages sein – also zurück zum eigentlichen Thema:
In einer der nachgereichten Unterlagen ging es um ein Anwaltsschreiben. Diesem Schreiben zufolge fühlte sich der UWG-Vorsitzende Axel Ellertmann, der ebenfalls wie ich Mitglied im Rat der Stadt Olfen ist, nicht gleich behandelt, da auf der offiziellen Homepage der Stadt Olfen (inzwischen wieder direkt via www.olfen.de erreichbar) bei der Auflistung der Ratsmitglieder das Kürzel UWG hinter seinem Namen fehlte.
Die Kanzlei forderte die Stadt Olfen auf das zu ändern (was inzwischen geschehen ist) und bat auch gleich noch um Kostenübernahme. Demnach hätte die Stadt Olfen fast 500,- Euro zahlen müssen, 500,- Euro für drei vergessene Buchstaben.
In der Ratssitzung hat sich eine breite Mehrheit aus (alphabetisch: CDU, FDP, SPD) gegen diese Kostenübernahme ausgesprochen. Die einzige Gegenstimme stammte von der UWG, von der nur die Sprecherin Monika Linau anwesend war (Axel Ellertmann und Heinz-Dieter Broz fehlten).
Ich selber habe in der Ratssitzung deutlich meine Unverständnis über dieses Verhalten ausgesprochen. Natürlich kann man auf einer Internet-Seite auch mal Fehler machen. Ich fragte daher in der Sitzung, ob man nicht einfach 6 Cent für einen Anruf bei der Stadtverwaltung (der unter Umständen dank Flatrate auch kostenlos sein könnte) oder einfach eine eMail hätte schreiben können. Das wäre für alle Seiten die bessere Lösung gewesen.
Aus eigener Erfahrung weiß ich auch, wie schnell die Stadtverwaltung entsprechende Änderungen vornimmt – da reicht eine eMail und innerhalb kürzester Zeit wird das ganze entsprechend geändert.
A propos www.olfen.de:
Als ich die nachgereichten Unterlagen das erste Mal sah und auf einer Seite dann nur die vielen Namen der Anwälte aus der entsprechenden Anwaltskanzlei und im Text etwas über die Internet-Seite der Stadt Olfen sah, befürchtete ich schon, dass es generell um die Internet-Seite der Stadt Olfen gehen würde.
Denn diese Seite ist – um es mal freundlich auszudrücken – doch deutlich optimierungsfähig. Die verwendete Technik dort ist mehr als veraltet. Mich persönlich stört es beispielsweise, dass die Seiten sich nicht an gängige Standards halten. Barrierefreiheit ist anscheinend ein Fremdwort und die Seiten sind derart merkwürdig programmiert, dass es mir zum Beispiel bisher nicht möglich war, mit einem Mac auf einzelne Unterseiten (z.B. das Bürgerinfosystem) zuzugreifen.
Wobei es momentan wohl so ist, dass die entsprechende Seite komplett leer ist…
Das Geld, das der Anwalt von Axel Ellertmann (UWG) haben möchte, sollte lieber in eine vernünftige Internet-Präsenz der Stadt Olfen investiert werden, die sich an aktuelle technische Standards (beispielsweise interne Suchmaschine, RSS-Feed zum Abonnieren von Neuigkeiten usw.) und auch an die rechtliche Vorgaben (Stichwort: Barrierefreiheit gemäß der Verordnung BITV NRW) hält.
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Kategorie/n: In den Medien, Kommunalpolitik, Olfener Themen, Politik | Stichworte: Axel Ellertmann, Barrierefreiheit, BITV, BITV NRW, CDU, FDP, Heinz-Dieter Broz, Internet, Monika Linau, NRW, Olfen, Rat, SPD, SPD-Fraktion, Stadtrat, Stadtverwaltung, UWG, www.olfen.de
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17. Juli 2009 um 19:27 Uhr
Bei dem Theater muss ich an die Studie über die negativen Auswirkungen einer niedrigen Sperrklausel bei Wahlen denken. Irgendwo hab ich diese noch…
17. Juli 2009 um 19:35 Uhr
@Der Brüsseler:
Die Sperrklausel müsste dann aber sehr hoch sein – die UWG hatte bei der letzten Wahl 13 Prozent.
30. Oktober 2009 um 22:22 Uhr
[...] den änderen Mängeln verweise ich auf den Beitrag Die Internet-Seite der Stadt Olfen und Axel Ellertmann (UWG) oder: 500,- Euro für drei vergesse… und zitiere von dort: Das Geld [...] sollte lieber in eine vernünftige Internet-Präsenz [...]