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Gemeinsame Stadtwerke Münsterland mit Beteiligung von Olfen

Seit einiger Zeit bereiten einige Städte und Gemeinden im Kreis Coesfeld (Ascheberg, Billerbeck, Havixbeck, Lüdinghausen, Nordkirchen, Nottuln, Olfen, Rosendahl und Senden) die Gründung gemeinsamer Stadtwerke vor, die sich (erst einmal) um die Versorgung von Gas und Strom kümmern sollen.
Damit ist fast der gesamte Kreis Coesfeld dabei – nur die Städte Coesfeld und Dülmen sind nicht dabei, da diese schon eigene Stadtwerke besitzen.

Unter dem Arbeitstitel Gemeinsame Stadtwerke Münsterland bereiten die neun Kommunen die notwendigen Schritte vor, denn da müssen diverse Gesellschaften in den neun Kommunen gegründet werden. Damit werden die rechtlichen Grundlagen gelegt um dann bei einem Auslaufen der bisherigen Konzessionsverträge mit den bisherigen Anbietern wie RWE (Strom) und Gelsenwasser (Gas) eine lokale Alternative zu haben.

Allgemeine Informationen dazu findet man z.B. in den Artikeln der Ruhr-Nachrichten (hier und hier), wo die Bürgermeister von Ascheberg (Dieter Emthaus) und Olfen (Josef Himmelmann), die das ganze für die neun Gemeinden koordinieren, genauer erläutern.

Meine Meinung dazu


Ich persönlich finde die Pläne gut, denn es kann meiner Meinung nach nur von Vorteil sein, wenn die kommunale Daseinsvorsorge vor Ort geregelt wird. Die oftmals – auch von der FDP – geforderten Privatisierungen haben sich zum größten Teil als negativ erwiesen, wie z.B. aktuell der Fall der Bundesdruckerei zeigt, die erst privatisiert und jetzt kürzlich wieder von der Bundesregierung zurückgekauft wurde.

Um die Gründe für die Befürwortung einer solchen Politik zu finden muss man einfach mal nur über den Tellerrand schauen:

In England wurde sehr viel (gerade in der Ära von Margaret Thatcher) privatisiert. Das hat inzwischen zur Folge, dass z.B. notwendige Reparaturen an Wasserleitungen nicht mehr vorgenommen werden, weil sich das für den privaten Betreiber nicht mehr lohnt. Hier zeigt sich eindeutig, dass das Motto “Privat vor Staat” in solch wichtigen Bereichen wie dem der Versorgung mit Energie und Wasser (aber auch z.B. die Entsorgung) absolut fehl am Platze ist.

2 Kommentare

Michael Franke
9. Dezember 2008 um 22:48 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Genossinnen und Genossen,
Die Vorgehensweise die in England stattgefunden hat, ist sicherlich nicht mit der RWE und ganz sicher mit Gelsenwasser zu vergleichen. Investitionen gehören hier in die Kategorie der Versorgungssicherheit und haben höchste Priorität. Ohnehin ist das Unternehmen Gelsenwasser in kommunaler Hand und wir dies sicherlich auch bleiben. Der Trend, die sogenannte kommunale Daseinsvorsorge in die eigenen Stadtwerke zu integrieren wird keine sinkende Preise hervorbringen. Aus meiner Sicht ist diese Vorgehensweise eine Art Modeerscheinung, die vor der Liberalisierung der Strom- und Gasmärkte sicherlich mehr Zustimmung gefunden hätte. Heute hat jeder Haushalt die Möglichkeit den Stromanbieter und schon bald auch den Gasanbieter frei zu wählen. Gemeinsame Stadtwerke machen da nur wenig Sinn, wenn man zwar ein Leitungs- bzw. Rohrnetz übernimmt aber theoretisch keine Kunden bindet. Viel wichtiger erscheint eine Strategie, die eine gemeinsame Aufgabenteilung und somit die Erfahrung bzw. das technische Know-how fördert.
Fazit: Wenn man die neuen energiepolitischen Rahmenbedingungen betrachtet ist zu erkennen, dass die Energiewirtschaft bereits starken Veränderungen unterzogen wurde und die Entwicklung weiter voran schreitet. Man sollte sich nicht der Illusion hingeben, dass der Kostendruck, der insbesondere durch die Anreizregulierung, aber auch durch den Zusatzaufwand im Rahmen des Unbundlings in den Unternehmen entstanden ist, am Ende ist. Neben einem Qualitäts- und Umweltmanagement stellt dabei ein interkommunaler Leistungsvergleich ein wichtiges Hilfsmittel dar. Hierdurch wird die Möglichkeit eröffnet, von den Erfahrungen anderer kommunaler Versorger zu profitieren. Diese Chance sollte man nutzen und sie nicht umgehen.

[...] vor mehr als einem halben Jahr berichtete ich über die geplanten Gemeinsamen Stadtwerke Münsterland, an denen die Stadt Olfen beteiligt sein soll. Hierbei geht es darum, dass die im Kreis Coesfeld gelegenen Kommunen Ascheberg, Billerbeck, [...]

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